Eine Schulgemeinschaft mit Ideen, Engagement und Entdeckergeist
Mit viel Neugier, Kreativität und großem Engagement fanden auch in diesem Jahr vom 24. bis 26. Juni wieder die traditionellen Projekttage „Best of Böll“ an unserer Schule statt. Insgesamt konnten unsere Schülerinnen und Schüler aus 24 abwechslungsreichen Projekten wählen und sich dabei ganz nach ihren Interessen ausprobieren. Ob kreativ, sportlich, naturwissenschaftlich, handwerklich oder sozial – die Vielfalt der Angebote bot für jede und jeden spannende Möglich-keiten, über den Unterricht hinaus neue Erfahrungen zu sammeln.
Die Projekttage verfolgen dabei ein besonderes Ziel: Lernen soll nicht nur im Klassenzimmer stattfinden. Vielmehr erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre eigenen Interessen zu vertiefen, praktische Fähigkeiten zu entwickeln und gemeinsam jahrgangsübergreifend in Gruppen an konkreten Projekten in und außerhalb der Schule zu arbeiten. Dabei stehen Eigeninitiative, Teamarbeit, Kreativität und selbstständiges Lernen im Mittelpunkt. Entsprechend entstanden die Ideen der Projekt leitenden Schülerinnen und Schüler für unser diesjähriges Projektangebot wieder in ganz unterschiedlichen Kontexten – für einige war die Seminarfacharbeit oder eine bestehende außerschulische Kooperation der Projektanlass, andere wiederum waren auf der Suche nach ganz neuen Anregungen oder wollten liebgewonnene Traditionen der Projekttage der letzten Jahre fortsetzen. Viele Projekte führten die Teilnehmenden auch an außerschulische Lernorte oder ermöglichten Begegnungen mit Expertinnen und Experten, wodurch wertvolle Erfahrungen gesammelt werden konnten.
Besonders bemerkenswert war in diesem Jahr die große Einsatzbereitschaft aller Beteiligten. Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen sich weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrkräfte und außerschulische Unterstützer*innen die Freude am gemeinsamen Arbeiten nehmen. Mit viel Motivation, Ausdauer und guter Laune entstanden beeindruckende Ergebnisse, auf die alle Beteiligten stolz sein können.
Fit für das digitale Lernen – iPad-Einführung der zukünftigen 9. Klassen
Parallel zu den Projekttagen erhielten die Schülerinnen und Schüler unserer drei zukünftigen 9. Klassen eine umfassende Einführung in den Umgang mit ihren neuen iPads. Neben der technischen Einrichtung und Administrierung der Geräte standen vor allem die Grundlagen für einen verantwortungsvollen und sicheren Einsatz im Unterricht im Mittelpunkt. Schritt für Schritt wurden wichtige Anwendungen wie Goodnotes eingerichtet, organisatorische und technische Abläufe am Gerät erklärt und erste digitale Präsentationen mit Keynotes erstellt. Dabei konnten auch sie in die Arbeit der Projekte hineinschnuppern und diese bei der Dokumentation durch ihre Präsentation unterstützen. Damit sind die Schülerinnen und Schüler bestens vorbereitet, die digitalen Möglichkeiten im kommenden Schuljahr erfolgreich für ihren Lernalltag zu nutzen und auszubauen.
Unsere Projekte im Überblick
Da die 24 Projekte eine große Bandbreite an Interessen und Talenten unserer Schülerinnen und Schüler widerspiegeln, geben wir hier gegliedert nach drei großen Bereichen einen Einblick in diese Vielfalt: 1) Nachhaltigkeit erleben – Handwerk, Umwelt und Naturwissenschaft entdecken, 2) Aktiv handeln – Sport treiben und Verantwortung übernehmen und 3) Kreativität entfalten – Kunst, Kultur, Literatur, Gesellschaft und digitale Welt (er)leben.
1) Nachhaltigkeit erleben
... Handwerk, Umwelt und Naturwissenschaft entdecken
Mit kreativem Erfindergeist ging es vor allem in den Projekten DIY (Do it yourself), Recycling und Seife machen zur Sache. Während die ersten beiden Projekte bereits auf eine mehrjährige Tradition in unseren Projekttagen zurückblicken, wurde das Herstellen von Seife in diesem Jahr ganz neu von unserem Jahrgang 7 initiiert.
Für die Kreation eigener Seife sammelte die Projektgruppe zunächst Blüten und stellte eigene Auszüge her, die unter Kombination unterschiedlicher Naturmaterialien in chemischen Verfahren letztlich zu vielfältigen und formschönen Seifen gestaltet wurden. Außerdem gestalteten die Schülerinnen und Schüler ansprechendes Werbematerial, um die Seifen auf unserem Schulfest zum Verkauf anbieten zu können. Der Erlös soll den Saalfelder Samiapata e.V. bei ihren Hilfsprojekten in Bolivien unterstützen.

Im Projekt DIY konnten unsere Schülerinnen und Schüler sich ganz vielfältig betätigen und neue kreative Techniken ausprobieren. Wie Projektkoordinatorin Frau Oppermann es treffend zusammenfasste, ging es darum, „Spaß und schöne Dinge zu verbinden“. So wurde zum dritten Mal in Folge in 6 Stationen praktische Deko für zu Hause erstellt. Neben der Gestaltung eigener Buttons, einer Malstation, der Arbeit mit Modelliermasse und dem Armbänderfädeln konnte zum Beispiel Makramee geknüpft und Nähen gelernt werden. Dabei entstanden ganz individuell gestaltete Fächer, Stirnbänder, Taschen, Ohrringe und vieles mehr, dass das Künstlerherz höherschlagen lässt.

Unter dem Motto „aus Alt mach Neu und dabei Kreativität wecken“ stand im Recyclingprojekt vor allem der ökologische Gedanke im Vordergrund. Dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, ist uns oft bekannt, aber häufig ist uns nicht klar, was das eigentlich bedeutet. Die Schülerinnen und Schüler im Projekt Recycling setzten sich deshalb genau mit dieser Thematik und verschiedenen Möglichkeiten des Upcyclings, also der kreativen Umwandlung von Abfallprodukten oder ungenutzten Materialien in höherwertige, neue Produkte, näher auseinander. Es gehe vor allem darum „ein Umweltbewusstsein zu schaffen, zu verstehen, was zum Beispiel mit Plastik passiert, und davon ausgehend das eigene Konsumverhalten zu überdenken und bewusstes Einkaufen zu fördern“, teilte die Projektkoordinatorin, Frau Harke, der Redaktion mit.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf stellte die Projektgruppe aus Neben- und Abfallprodukten hübsche Dekoartikel für den Alltagsgebrauch her. Dabei wurden nötige Hilfs- und Arbeitsmittel vom Inner Wheel Club Saalebogen gesponsert. Am letzten Projekttag probierten sie sich dann unterstützt von Benjamin Palmowski (Save Nature Group) und dem Kunststoff-Recycling-Mobil selbst im Recyceln von Plastikmaterialien aus. Nach einer kurzen Theorievermittlung wurde das Ausgangsmaterial mit eigener Muskelkraft im Fahrradschredder zerkleinert und anschließend das Recyclat (recyceltes Material) mithilfe einer Injektionsmaschine wieder in brauchbare Formen gepresst, sodass jeder etwas Upcycling zum Anfassen mit nach Hause nehmen konnte.

Um Sensibilisierung ging es auch beim Projekt Jagen oder gejagt werden. Welche gesellschaftliche Relevanz hat das Thema Jagd heute eigentlich noch? Dieser Frage geht aktuell eine Seminarfachgruppe am HBG nach. Um ein Meinungsbild einzuholen und sich praktisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, starteten sie dieses Projekt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich mit den verschiedenen Arten von Wildtieren auseinander und unternahmen u.a. eine Waldexkursion, bei der sie sich vor Ort die Jagdpraxis erklären lassen und mit Jägern selbst ins Gespräch kommen konnten.

Ins „Grüne“, allerdings direkt vor Ort am HBG, begab sich auch unser Projekt Hochbeet. Bereits das vierte Jahr in Folge gestaltete die Projektgruppe das grüne Herz des HBG. Rund um unser grünes Klassenzimmer herrschte drei Tage lang emsiger handwerklicher Betrieb. Dabei wurden nicht nur Holztische- und Bänke neu abgeschliffen und lasiert sowie neue Beetbegrenzungen gezimmert und gesetzt. Die Projektgruppe baute auch praktische Mülleimer und einen großen neuen Komposter. Der Nachhaltigkeitsgedanke wurde damit um Mülltrennung und Kreislaufdenken wieder ein ordentliches Stück erweitert.

Für wunderbare kulinarische Gerüche im gesamten Schulhaus sorgte das Projekt Essen um die Welt. Vom Einkauf bis zum fertigen Gericht wurde hier mit täglich wechselndem Länderschwerpunkt gemeinsam geplant und gekocht. Ob italienische Pizza, indisches Curry oder asiatische Reisdesserts – hier war wirklich für jede und jeden etwas Leckeres dabei.

Mit viel Engagement entwickelten im Projekt MNT ältere Schülerinnen und Schüler ansprechende digitale und analoge Unterrichtsmaterialien für das Fach Mensch Natur Technik der Klassenstufen 5 und 6. Die Erfahrungen des eigenen Unterrichts in den fortführenden Unterrichtsfächern Biologie, Chemie und Physik machte sich die Projektgruppe zunutze, um zielgerichtet die Materialien zu erstellen, die die jüngeren Schülerinnen und Schüler optimal auf die differenzierten Fächer vorbereiten.

Spaß mit MINT war zugleich Name und Programm einer Projektgruppe, die sich mit freundlicher Anleitung und Unterstützung von Frau Heß, der Leiterin des Schülerforschungszentrums Rudolstadt, einer ganzen Bandbreite an naturwissenschaftlichen Experimenten widmete. Von A wie Aerodynamik bis Z wie Zeit wurden allerhand physikalische Phänomene in der Praxis getestet. In kleinen Wettbewerben und Experimenten wurden unter anderem die besten Papierflieger gebaut und getestet, bei einem Ausflug ins Forschungszentrum konnten selbst Roboter gebaut und programmiert werden und natürlich durfte auch die Cola-Mentos-Rakete nicht fehlen, bei der es hieß – schnell sein, sonst wird man nass. Das Ziel, auf spielerische und spaßige Art und Weise naturwissenschaftliches Wissen zu vermitteln, wurde voll erreicht.

2) Aktiv handeln
... Sport treiben und Verantwortung übernehmen
Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen sich auch unsere Sportlerinnen und Sportler nicht lumpen. In den Projekten Tischtennis, Kooperation und Sport, Volleyball und Tanzen zeigten alle Beteiligten Ehrgeiz im Wettkampf, übten Techniken, Spielzüge und Ausdauer und zelebrierten v.a. das gemeinsame Fairplay. Neben Tischtennis und Volleyball kam unter anderem auch der Frisbee, Basketball und Handball zum Einsatz. Hier ging es außerdem darum, einen Einblick in die Vereinslandschaft Saalfelds zu gewinnen und vielleicht neue Interessen und Talente zu entdecken. Beim Tanzen im Spiegelsaal ging es ebenfalls um Körperbeherrschung – und das synchron in der Gruppe. Neben Einzelfiguren wurden auch ganze Choreografien, wie z.B. Micheal Jacksons Thriller, einstudiert.

Um eine Choreografie auf dem Rasen ging es auch im Projekt DFB Junior Coach. Hier schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Fußballtrainer und entwickelten eigene Spiel- und Aufstellungsstrategien, die dann natürlich auch in der Praxis getestet werden wollten. Wer weiß, vielleicht befindet sich die nächste zukünftige Trainerin oder der nächste zukünftige Trainer der deutschen Nationalelf ja bereits darunter?

Zum wiederholten Male und mit erneut großem Zuspruch fand das Projekt Yoga für Teens statt. Im Mittelpunkt stand hier natürlich die Suche nach der eigenen Mitte – allerdings fand dies ganz praktisch statt. Denn Yoga passt als Ausgleich perfekt zum teils stressigen Schulalltag. In vielen kleinen Übungs- und Entspannungseinheiten ging es deswegen darum, das eigene Körperbewusstsein zu stärken und die Entspannungstechniken zu erlernen, die mich auch im Schulalltag entlasten und stärken können. Angefangen von Asana Praktiken (also Sitz- und Körperhaltungsübungen), über Atemübungen bis hin zur Meditation und Anwendung von Mudras (Hand- und Fingergesten zur Steigerung der Konzentration) wurde vor allem danach gesucht, was guttut. Vor dem Hintergrund des langen Sitzens im Alltag oder der häufig gebeugten Haltung beim Verwenden des Smartphones bekamen die Teilnehmer hier viele gute Möglichkeiten an die Hand, um Körper und Geist beweglich und gesund zu halten.

Auch im nächsten Projekt stand die Gesundheit an erster Stelle. Wie schnell kann es – auch im Schullalltag – passieren, dass doch einmal etwas passiert? Egal ob verstauchter Knöchel oder Kreislaufprobleme – in diesen Fällen, sind wir alle froh, wenn schnell geholfen werden kann. Die AG Schulsanitätsdienst des Heinrich-Böll-Gymnasiums unter der Leitung von Melina Eis verfolgt genau dieses Ziel und bildet Schulsanitäter aus, die im Ernstfall Erste Hilfe leisten können. Mit dem gleichnamigen Projekt, unterstützt durch das DRK, erhielten interessierte Schülerinnen und Schüler gezielte Einblicke in die Ersthelferpraxis. Unter anderem wurde das Bandagieren, die stabile Seitenlage oder das Verhalten bei Unterkühlung oder Überhitzung einer Person eingeübt. Ein Highlight war aber ganz sicher, als am letzten Projekttag ein Krankenwagen auf den Schulhof rollte, der anschließend bis ins kleinste Detail der Ausrüstung und ihrer Einsatzzwecke gemeinsam und in Ruhe angeschaut und untersucht werden konnte.

3) Kreativität entfalten
... Kunst, Kultur, Literatur, Gesellschaft und digitale Welt (er)leben
Wer sich künstlerisch kreativ ausdrücken und austauschen wollte hatte dazu mit den Projekten Kalligrafie und Bücher-Flair die idealen Möglichkeiten.
Kalligrafie bezeichnet die Kunst des schönen Schreibens von Hand. Auch dieses Projekt hat bereits mehrjährige Tradition am HBG. Für einen Auftaktworkshop konnten wir erneut Christian Hofmann, den Leiter des Schillerhauses in Rudolstadt gewinnen, der das Schönschreiben mit Tinte und Federkiel zunächst demonstrierte und erklärte. Gewappnet mit diesem Wissen probierten die Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt ganz unterschiedliche künstlerische Gestaltungsmethoden, sodass wunderschöne Karten, Zeichnungen und Texte entstanden.

Das Projekt Bücher-Flair bot die Möglichkeit sich einerseits über Literatur auszutauschen, diese aber auch als Handwerkszeug zu verwenden. So wurden aus Büchern kreative Collagen und Kunstwerke gestaltet und gefaltet, die nun die heimischen Jugendzimmer verzieren können. Außerdem gab es noch ein Bücher-Blind-Date, bei welchem Bücher mitgebracht und weitergegeben wurden. Jedoch waren diese kunstvoll verpackt, sodass bereits die Auswahl des Designs die Vorfreude auf das Lesen anregte.

Alle, die lieber den Körper statt eines Kunstwerks für sich sprechen lassen wollten, hatten dazu die perfekte Gelegenheit im Projekt Aus dem Moment – Bühne ohne Drehbuch. Gemeinsam mit Frau Particke gestaltete Tammy Sonnefeld als Projektkoordinatorin zunächst verschiedene kleine theaterpädagogische Übungen, damit alle Teilnehmenden in den Spielfluss kommen konnten. Dabei hieß es, spontan sein und Spaß am Darstellen haben. Unter dieser Prämisse wurde mit viel Fleiß ein kleines Theaterstück einstudiert, in dem die Märchenwelt durch Smartphones ganz schön aufgemischt wurde. Zumindest brauchte sich keiner mehr vor Hexe Baba Jaga fürchten, da die ja nun statt auf ihrem Besen hauptsächlich bei TikTok unterwegs ist. Mehr wird aber nicht verraten. Wir hoffen, dass das Stück auch mit verschobenem Schulfest noch zu seiner Aufführung für die Öffentlichkeit kommen wird.

Hinter dem Projekttitel Sprache, Körper, Kreativität verbirgt sich eigentlich ein ganzer Blumenstrauß an kleinen Projekten mit dem Ziel der kreativen Wissensvermittlung. In Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Saalfeld-Rudolstadt gab es an jedem Projekttag zwei Workshop-Einheiten aus einem ganz vielfältigen Programm aus Kunst, Kommunikation, Musik, Sprache und Sport. Am ersten Tag probierten sich die Teilnehmenden im Zeichnen mit unterschiedlichen Malstilen aus, wobei sich bei der Gestaltung von Landschaften wahre Naturtalente im Farbauftrag herauskristallisierten. Im zweiten Teil des Tages wurde dann das Thema gewaltfreie Kommunikation aufgegriffen und Grundlagen im bedürfnisorientierten Umgang miteinander thematisiert. Am zweiten Tag wurde den Teilnehmenden zunächst die Gebärdensprache nähergebracht. Hier waren einige vor allem von den Feinheiten der Darstellung durch Gebärden beeindruckt, die durch verbale Sprache so selbstverständlich ausgedrückt werden können. Im anschließenden Trommelworkshop studierte die gesamte Gruppe nach einigen Grundlagen zum Anschlag und Notenlesen ein eigenes kleines Stück ein. Der dritte Tag wurde schließlich mit einer Sprachstunde in Japanisch und einem Workshop zur Selbstverteidigung abgerundet. Wer also nach einem möglichst reichhaltigen und abwechslungsreichen Programm für die Projekttage gesucht hatte, kam hier voll auf seine Kosten.

Ein weiteres Projekt im Kontext einer Seminarfacharbeit trug den Titel Swipe bewusst. Swipe ist die Bezeichnung für eine Wischbewegung über einen Touchscreen – also ein Phänomen unserer digitalen Generation, die sich entsprechend häufig mit dieser Handgeste durch soziale Netzwerke „wischt“. Die Projektgruppe verfolgt das Ziel, die Beeinflussung des Selbstbildes Jugendlicher durch soziale Medien
am Beispiel sportlicher Körperideale zu analysieren und mithilfe dieser Erkenntnisse für einen bewussten Umgang zu sensibilisieren. Gemeinsam mit den Projektteilnehmern analysierte die Projekgruppe dazu Beispiele und erstellte Concept-Maps und Plakate, die die Wirkweise dieser Praxis veranschaulichen. Im Praxistest mussten die Teilnehmenden dann zum Beispiel KI-generierte Bilder von echten Bildern differenzieren.

Um Differenzierung ging es auch dem Projekt Diskutieren und Debattieren. Anstatt sich von vermeintlichen Argumenten blenden zu lassen oder in Stammtischrhetorik zu verfallen, lernten die Teilnehmenden in diesem Projekt, wie sie Argumente sinnvoll aufbauen und im Debattenkontext anwenden können. Es ging vor allem darum, ins Gespräch zu kommen, um die Haltung zu vermitteln Probleme und Herausforderungen wieder sachlich und vernünftig miteinander zu besprechen. Dies wurde auch in kleinen Mini-Debatten und Talkshowformaten zu Themen wie Pressefreiheit und Demokratie ausprobiert.

Unter dem Titel Saalfelds fremde Hände – Zwangsarbeit bot erneut eine Seminarfachgruppe spannende Einblicke in Ihren Arbeits- und Forschungsstand. Mit dem Anliegen, die lokale Erinnerungskultur in Saalfeld zu fördern, untersuchen die drei Schülerinnen bereits seit zwei Jahren das Phänomen Zwangsarbeit in ihrer Heimat. Um den Teilnehmenden des Projektes zunächst einen Überblick zu verschaffen, unternahmen sie zum Auftakt einen Besuch des Museums für Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar. Bereits hier konnte die Projektleitung mit beeindruckendem Fachwissen überzeugen und bot neben der Ausstellungsbesichtigung auch kleine Workshops zu Schwerpunktthemen an. Am zweiten Tag ging es dann zu einem Stadtrundgang durch Saalfeld. Es wurden Orte aufgesucht, die mit dem Thema Zwangsarbeit verbunden sind. Durch den Vergleich mit historischen Bildern und Dokumenten begaben sich die Teilnehmenden auf eine spannende Reise durch Saalfelds Vergangenheit. Lisa, eine der Projektleiterinnen berichtete der Redaktion: „Die Teilnehmer waren vor allem mehrheitlich schockiert, dass Zwangsarbeiter in allen Branchen und Bereichen vom Haushalt bis zur Fabrik bei ganz unterschiedlichen Arbeitsbedingungen im Alter von 8 bis 88 Jahren eingesetzt wurden.“ Am dritten Tag reflektierte die Gruppe gemeinsam die gewonnen Erkenntnisse und gestaltete sie anschauliche Informationsplakate, die auch aktuelle Bezüge zur Zwangsarbeit in unserer Zeit herstellen.

Als vorgezogenes Projekt fand bereits am 22. und 23. Juni 2026 in ganztägigen Workshops die Ausbildung Demokratiepädagogik statt. Ausgehend von einer Initiative des Zukunftsladens Saalfeld in Kooperation mit dem Theaterpädagogen Christian Schröter bestand das Ziel darin theaterpädagogische Methoden zu nutzen, um den Umgang mit Diskriminierung, Rassismus und Extremismus zu schulen und für einen respektvollen Umgang miteinander in unserer Demokratie zu sensibilisieren. Die Teilnehmenden blieben dabei nicht passiv, sondern wurden selbst zu zertifizierten Multiplikatoren für Demokratiepädagogik ausgebildet, um in Zukunft auch selbst kleine Workshopformate durchführen zu können. In kleinen Übungseinheiten aus dem Kontext des Theaters lernten die Teilnehmenden spielerisch Phänomene des Zusammenlebens zu reflektieren und auch andere zur Reflexion zu bewegen. Die erlernte und zertifizierte Grundausbildung soll auch in Zukunft am HBG weiter ausgebaut und trainiert werden.

Ein herzliches Dankeschön
Die Projekttage haben einmal mehr gezeigt, wie vielfältig Lernen sein kann. Wir danken allen Beteiligten, die mit großer Motivation, Teamgeist und Kreativität in den vergangenen Tagen beeindruckende Ergebnisse erzielt haben. Ein besonderer Dank gilt allen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren, Lehrkräften sowie den zahlreichen externen Unterstützerinnen und Unterstützern, die mit viel Engagement zum Gelingen der Projekttage beigetragen haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Projekttage im kommenden Schuljahr – mit neuen Ideen, spannenden Projekten und vielen neugierigen Schülerinnen und Schülern, die wieder zeigen werden, was die Schulgemeinschaft des Heinrich-Böll-Gymnasiums Großartiges gemeinsam leisten kann.
Text & Bild: S. Roth
AG Redaktion und Technik




