Das HBG ist Thüringer Nachhaltigkeitsschule – Umweltschule in Europa

Für unser Engagement in den Bereichen Umweltbildung, Klimaschutz und nachhaltige Gestaltung unseres Schulalltags wurde das Heinrich-Böll-Gymnasium als „Thüringer Nachhaltigkeitsschule – Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Im Projektzeitraum 2024–2026 beteiligte sich unsere Schule mit zwei Maßnahmen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern.

Mit dem Ausbau und der Pflege unseres Grünen Klassenzimmers entstand auf dem Schulgelände ein naturnaher Lern- und Aufenthaltsort. Schülerinnen und Schüler gestalteten diesen im Rahmen mehrerer Projekttage maßgeblich selbst: Hochbeete wurden angelegt, zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen und bestehende instandgesetzt, ein Komposter gebaut sowie ein Dach für die Hochbeete errichtet. Dabei kamen teilweise vorhandene und wiederverwendete Materialien zum Einsatz. Das Grüne Klassenzimmer ist inzwischen fest in unserem Schulalltag verankert. Ein jahrgangsübergreifender Pflegedienst kümmert sich regelmäßig um die Hochbeete und die Ordnung des Bereichs. Über ein digitales Buchungssystem können Lehrkräfte den Lernort für ihren Unterricht reservieren. Gleichzeitig nutzen Schülerinnen und Schüler ihn in Pausen und Freistunden als Aufenthalts- und Rückzugsort. Besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern verbindet das grüne Klassenzimmer theoretisches Lernen mit praktischen Erfahrungen und fördert zugleich Verantwortungsbewusstsein und einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.

Mit unseren Baumpflanzaktionen verbinden wir Umweltbildung mit ganz konkretem Handeln für Natur- und Klimaschutz. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 nehmen jährlich an einer ökologischen Exkursion in den Saalfelder Forst teil. Aufbauend auf dem Biologieunterricht beschäftigen sie sich vor Ort mit Waldökologie und den Folgen klimabedingter Waldschäden. Anschließend leisten sie selbst einen Beitrag zur Wiederaufforstung: Pro Jahrgang werden dabei etwa 250 Setzlinge gepflanzt.

Ergänzt wird diese Aktion durch eine inzwischen gewachsene Tradition unserer Abiturjahrgänge: Zum Abschluss ihrer Schulzeit pflanzen die Schülerinnen und Schüler einen Baum auf dem Schulgelände oder im Schulumfeld. Sie beteiligen sich dabei eigenverantwortlich an Auswahl, Planung und Umsetzung. Die Bäume bleiben nicht nur als sichtbare Erinnerung an ihre Schulzeit zurück, sondern tragen langfristig zur Begrünung, zur Artenvielfalt und zur Schaffung zusätzlicher Schattenplätze bei. Fachlich begleitet werden die Pflanzaktionen durch den Saalfelder Forst und das Grünflächenamt der Stadt Saalfeld.

Beide Projekte zeigen, wie Nachhaltigkeit an unserer Schule verstanden und gelebt wird: nicht nur als Unterrichtsthema, sondern als gemeinsames, praktisches und dauerhaft im Schulalltag verankertes Handeln. Damit knüpfen wir zugleich an das gesellschaftliche Engagement unseres Namensgebers Heinrich Böll an. Sein Eintreten für ökologische und soziale Verantwortung, demokratische Mitwirkung und einen kritischen Blick auf die Folgen menschlichen Handelns steht für Werte, die auch den heutigen Gedanken der Nachhaltigkeit prägen.

von Ralf Schröter
Schulleiter

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