Bolivien-Reise

Im Oktober des vergangenen Jahres begab sich eine Schülergruppe unserer Schule im Rahmen eines Jugendprojekts mit dem Verein Global Social Network auf eine eindrucksvolle Reise nach Santa Cruz in Bolivien. Ziel war es, Kinderheime und andere soziale Einrichtungen kennenzulernen, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern, die ohne Angehörige leben oder aus schwierigen familiären Verhältnissen herausgenommen werden mussten – viele von ihnen haben Missbrauch, Vernachlässigung oder große Armut erlebt.

Vor Ort erhielten die Schülerinnen und Schüler tiefe Einblicke in den Alltag der Kinder in den Heimen. Dieser ist weit mehr als bloße Versorgung mit dem Nötigsten: Die Kinder gehen zur Schule, treiben Sport, spielen, erlernen Musikinstrumente, übernehmen Aufgaben im Haushalt und machen erste Erfahrungen mit Berufen. Auch religiöse Rituale wie gemeinsame Gottesdienste gehören für viele von ihnen zum Alltag. Ziel der Einrichtungen ist es, den Kindern nicht nur Schutz zu geben, sondern sie auch auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Trotz der Sprachbarriere entstand ein sehr herzlicher und intensiver Austausch, der vor allem durch Kreativität, Spiele und gemeinsame Aktivitäten getragen wurde. Die Jugendlichen berichteten in ihren Vorträgen eindrucksvoll davon, wie schnell Nähe und Vertrauen entstehen können, auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht.

Besonders eindrücklich war für die Schülergruppe auch der Besuch im berüchtigten Gefängnis Palmasola in Santa Cruz. Diese riesige Anlage gleicht einem eigenen Stadtteil, in dem nicht nur Häftlinge, sondern auch deren Kinder und Angehörige unter schwierigen und oft unsicheren Bedingungen leben. Auch hier engagiert sich Global Social Network mit Bildungs- und Spieltherapieprojekten, um den betroffenen Kindern Perspektiven zu eröffnen.

Für viele Kinder – ob Missbrauchsopfer, obdachlos oder mit Handicap – sind die Heime oft die letzte Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, Fürsorge und Bildung. Die Schülerinnen und Schüler machten in ihren Vorträgen deutlich, wie wichtig diese Arbeit ist und wie sehr sie selbst durch die Begegnungen geprägt wurden.

Nach ihrer Rückkehr haben die vier Schülerinnen und Schüler ihre Erlebnisse in einer Vortragsreihe den Klassenstufen 7-12 des HBG vorgestellt. Bei einigen der Präsentationen wurden sie von dem bekannten Weltumradler Axel Brümmer unterstützt, der gemeinsam mit seinem Partner Peter Glöckner und dem Global Social Network die bolivianischen Kinderheime und Hilfsprojekte bereits seit 1992 begleitet. Seit 1996 werden regelmäßig Jugendreisen zu diesen Projekten organisiert.

Weitere Eindrücke aus Bolivien werden beim Saalfelder Weltsichten-Diafestival 2026 zu erleben sein. Dort werden auch Gäste aus Bolivien erwartet; die Schülergruppe unserer Schule wird ebenfalls vor Ort sein und mit dem Verkauf bolivianischer Speisen Spenden für die Projekte sammeln.

Vielen Menschen in unserer Region sind die Hilfsaktionen auch durch die Spendenboxen „Brot für kleine Hände “ bekannt, die in zahlreichen Bäckereien in Saalfeld und Umgebung stehen.

Wer die Arbeit von Global Social Network in Bolivien unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende an den Saalfeld-Samaipata e.V. tun. Informationen zur Arbeit des Vereins und Möglichkeiten zur Unterstützung finden Sie unter:
https://saalfeld-samaipata.de und https://www.globalsocial-network.org

von Ralf Schröter

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